Die WG der Arbeitswelt

Arbeits-WG

In einer Bürogemeinschaft können Selbstständige Geld sparen und sich mit Mitstreitern austauschen.

Lieber gemeinsam als einsam – das Modell der Arbeits-WG ist aus dem Berufsalltag vieler Freiberufler nicht wegzudenken. Bürogemeinschaften sind für Architekten, Journalisten, Grafiker und Steuerberater eine attraktive Alternative zum Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden.

Alternative zum Home-Office.

Klarer Vorteil: Kosten sparen. Besonders für Existenzgründer vielfach eine Notwendigkeit. Ebenso wichtig ist die Gemeinschaft. In den eigenen vier Wänden fällt dem Freiberufler schnell die Decke auf den Kopf, es fehlt der Ideenaustausch. Hinzu kommt der Wunsch nach der Trennung von Privatleben und Beruf. Ist die Entscheidung, eine Bürogemeinschaft zu gründen, getroffen, müssen Partner gefunden werden, etwa über Job-Plattformen. Erst wenn die Größe der Gemeinschaft feststeht, können passende Räume gesucht werden.

Rechtliche Gestaltung.

„Bei der klassischen Bürogemeinschaft unterzeichnen die Mieter gemeinsam den Mietvertrag für die Räume und haften gemeinsam gegenüber dem Vermieter“, sagt Philipp Schiwek, Sprecher des Immobilienverbands Deutschland (IVD). Die Mieter bilden eine sogenannte Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR). Zahlt einer der Gesellschafter seine Miete nicht, müssen alle dafür geradestehen. Mietverträge für Büroräume haben oft feste Laufzeiten. Diese liegen laut Schiwek in der Regel bei drei bis fünf Jahren. Die Kündigung kann nur gemeinsam ausgesprochen werden. Schiwek rät, außerdem einen Gesellschaftervertrag auszuarbeiten. Darin wird festgehalten, wie Miete, Kaution, Neben- und sonstige Kosten, etwa für Anschaffungen, geteilt werden. Geht es bei der GbR lediglich um die gemeinsame Nutzung des Büros, ist auch das festzuhalten. Möchte nur eine Partei als Mieter auftreten, können einzelne Räume untervermietet werden. „Dafür muss aber die Zustimmung des Vermieters eingeholt werden,“ sagt der IVD-Sprecher.

Passende Angebote.

In Gründer- und Technologiezentren finden Jungunternehmer neben den Räumlichkeiten oft kaufmännische Unterstützung. Eine Alternative zur selbstgegründeten Bürogemeinschaft bieten Coworking-Spaces. Je nach zeitlichem Bedürfnis werden voll ausgestattete Arbeitsplätze und Infrastruktur zur Verfügung gestellt.

Veröffentlicht in: quartier – das Immobilienmagazin in der Berliner Zeitung und im Berliner Kurier, am 5.4.2014

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