Kolumne: Bachelor & Co. – Partnersuche? Grenzenlos!

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, jemanden kennenzulernen. TV und Internet sind nur zwei davon. Dennoch ist der oder die Richtige meist nicht dabei. Aber warum eigentlich nicht?

Als Single stellt man sich des Öfteren die Frage, wo zur Hölle man eigentlich einen Partner kennenlernen soll. Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Das macht es aber keineswegs leichter, sondern nur noch komplizierter. TV-Kuppelshows wie „Die Bachelorette“, ihr männliches Äquivalent „Der Bachelor“ oder „Schwiegertochter gesucht “ suggerieren, dass man erst einmal eine große Auswahl an Personen durchchecken muss, bevor man den oder die Eine findet. Die Erfolgsquote geht aber dennoch meist gegen Null.

Generation Y datet online

Im Falle unserer vielfach beschriebenen Generation Y , die ohne das Internet nicht mehr zu existieren weiß, liegt es nahe, auch den Partner fürs Leben – oder zumindest das nächste amouröse Abenteuer – im World Wide Web zu suchen. Single-Börsen wie Tinder, Happn, Finya, OkCupid & Co. schießen aus dem Boden wie Pilze und präsentieren uns unseren ganz persönlichen Katalog potenzieller Sexualpartner – den wir natürlich mit Millionen anderen teilen müssen. Da die meisten von uns aber anscheinend ohnehin Schwierigkeiten haben, sich wirklich zu binden, macht das nichts. Irgendwie.

Eigentlich wünschen sich die meisten doch, IRGENDWANN einen tollen Menschen an der Seite zu haben. Aber vielleicht nicht jetzt. Denn JETZT geht es um uns, um unsere Selbstverwirklichung, um unser egoistisches kleines Ich, das nicht gewillt ist, sich auch nur ein kleines Stück für den anderen einzuschränken. So sind wir eben – und das ist auch okay. Albern erscheint es da eher, dass viele Singles zumindest die kleine Tinder-Flamme auf ihrem iPhone gespeichert haben, aber kaum einer zugibt, dass er sich hin und wieder – und sei es nur aus Langeweile – durch diesen virtuellen Katalog möglicher Sexpartner klickt.

Was soll der Mist eigentlich?

Schaue ich mich in meinem Freundeskreis um, wird eins klar: Die meisten gesunden Beziehungen sind keine Onlinebekanntschaften oder Club-Aufrisse. Sie sind zufällig entstanden. Oft über gemeinsame Freunde. Sollten wir also nicht damit aufhören, den Partner im Web – oder noch schlimmer: im Fernsehen – zu suchen? Oder zu glauben, dass ein One Night Stand, der das Ergebnis einer durchsoffenen Partynacht im Club war, tatsächlich zu einer Beziehung führen kann?

Oder wollen wir das nur glauben, weil wir eigentlich nicht bereit sind, uns wirklich für eine Beziehung mit all ihren Sonnen- und Schattenseiten zu öffnen? Ist es nicht schöner, jemanden auf die klassische Art und Weise kennenzulernen? Nüchtern und ohne vorher fünf Fotos durchzuchecken, um zu sehen, ob der Auserwählte gut genug aussieht, um ihm ein Fünkchen unserer wertvollen Zeit zu opfern …

Wir müssen wieder lernen, uns zu öffnen. Oder uns endlich eingestehen, dass wir das nicht wollen und das klassische Beziehungskonzept überholt ist. Wahrscheinlich sind wir einfach eine Generation, die nur mit „Lebensabschnittsgefährten“ klar kommt. Ist das so schlimm? Eigentlich nicht!

Von Anna Wengel

Veröffentlicht bei Purestars. Hier geht’s zur Kolumne.

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